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Gegen Rollkur und aggressives Reiten: FN legt Beurteilungskatalog vor

Die Nebelwolken hängen tief, an diesem Frühlingsmorgen im Münsterland. Vorbei an dem militärischen Sperrgebiet in Warendorf – die Sportschule der Bundeswehr – links abbiegen, zwei Kurven und die Zentrale der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) liegt vor einem. Hier findet die Jahrespressekonferenz statt. Eines der Themen ist das aggressive Reiten und die umstrittene Rollkur auf den Abreiteplätzen. Eine Arbeitsgruppe mit über 20 Mitgliedern hat über Monate beraten, wie diese Probleme in den Griff zu bekommen sind: Jetzt werden die Ergebnisse vorgestellt.

Es ist eine ganz eigene Welt, hier im Sitzungssaal 1 des FN-Gebäudes. Ein Plastikpferd mit Abschwitzdecke und großem Logo eines Sponsors steht direkt neben der Leinwand, davor sitzen die Verantwortlichen der FN, rücken ihre Unterlagen zurecht, schauen, wer alles gekommen ist. Die meisten kennen und duzen sich hier: Journalisten und FN-Verantwortliche.

Neuer Bewertungskatalog gilt für alle Disziplinen
Dr. Denis Peiler ist der Sportchef der FN und war Mitglied des Arbeitskreises, zu dem unter anderen auch Dressurreiter Hubertus Schmidt, die Bundestrainerin Dressur, Monica Theodorescu, aber auch Reitmeister Klaus Balkenhol gehörten. „Eines war uns schnell klar“, berichtet Denise Peiler aus den Arbeitskreissitzungen, „dass wir nicht nur Lösungsansätze für die Dressur, sondern auch für die anderen Disziplinen finden mussten. Deshalb gilt unserer jetzt entwickelter Bewertungskatalog für alle Vorbereitungsplätze.“

Keine neuen Regeln, sondern die alten „konsequent umsetzen“
Auch seien sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe schnell einig gewesen, dass es keine neue Regeln brauche, so Thies Kaspareit, Leiter der FN-Abteilung Ausbildung und Wissenschaft: „Grundlage für unsere Überlegungen sind die Richtlinien, Band 1 und 2, sowie die Leistungsprüfungsordnung (LPO). In diesem Regelwerk ist alles enthalten, was wir brauchen – wir müssen es nur konsequent umsetzen.“ Denise Peiler ergänzt: „Es ist in der Vergangenheit vielleicht zu wenig reagiert worden, wo eine Reaktion notwendig gewesen wäre.“

Drei Bewertungskategorien
„Pferdegerecht“, „Auffällig“ und „Nicht-Pferdegerecht“ heißen die drei Kategorien, nach denen die Richter fortan auf nationaler Ebene Reiter und Pferde unter die Lupe nehmen sollen. „Dabei ist der Bewertungskatalog natürlich keine Checkliste, die die Richter nun Schritt für Schritt abarbeiten müssen“, schränkt Thies Kaspareit ein. Auch solle nicht nur auf ein Kriterium, wie die Kopf-Hals-Position geachtet werden, sondern der Gesamteindruck des Pferdes müsse entscheidend sein.

Grafik und Fotos: FN
Grafik und Fotos: FN

Als pferdegerecht – und damit ohne Handlungsbedarf von Seiten des Richters am Abreiteplatz – ist demnach beispielsweise das Gangbild, wenn es „weitgehend taktrein, losgelassen und ausbalanciert“ ist. Auffällig hingegen, sodass der Richter hier weiter beobachten sollte, sind Takt-und Balancestörungen. Nicht pferdegerecht und damit ein „sofortiger Handlungsbedarf“ bestehe, wenn das Pferd „ständig fortlaufende oder wiederkehrende Takt- und Balancestörungen“ zeige.
Der Kopf-Hals-Position wird ebenfalls eine eigene Spalte bei den Beobachtungskriterien gewidmet. Kein Handlungsbedarf bestehe, wenn „nach klassischen Grundsätzen Stirn-Nasen-Linie kurz vor bzw. an der Senkrechten“ sei. Unter Beobachtung solle eine Pferd-Reiter-Kombination dann stehen, wenn die „Stirn-Nasen-Linie hinter der Senkrechten“ sei und sofortiger Handlungsbedarf bestehe, wenn „gezielt durch Einwirkung erzeugte Extremhaltung und deren Fixierung“ zu sehen sei. Ebenfalls nicht pferdegrecht ist demnach auch das „bewusste und deutliche Rückwärtswirken mit der Hand bzw. Riegeln“.

Hier können Sie die Beobachtungskritierien als PDF herunterladen

Handlungsmöglichkeiten der Richter
Muss ein Richter eingreifen, hat er mehrere Möglichkeiten des Einschreitens: „Die wichtigste ist natürlich die Kommunikation mit dem Reiter“, sagt Thies Kaspareit: „Er muss den Reiter ansprechen. Verändert dieser sein Verhalten, sodass es wieder pferdegerecht ist, kann er sich weiter auf die Prüfung vorbereiten.“ Reagiert der Reiter allerdings nicht, soll ihn der Richter erneut ansprechen und ihm eine „Rüge“ erteilen. Dabei kann er – aber muss nicht – ihm die gelbe Karte zeigen. Ist auch das wirkungslos, verweist der Richter den Reiter vom Platz, damit darf er nicht mehr an der Prüfung teilnehmen. Dazu kann der Richter eine rote Karte zeigen.

Grafik: FN
Grafik: FN

 

Keine dieser Handlungsmöglichkeiten der Richter ist neu, sie alle existieren schon seit geraumer Zeit. Statistiken, wie viele „Rügen“ oder gar Ausschlüsse es gegeben hat, oder ob und wann rote oder gelbe Karten angewendet worden sind, existieren allerdings nicht. „Viele Richter scheuen sich vor dem öffentlichkeitswirksamen Einsatz von gelben und roten Karten“, erklärt Thies Kaspareit, warum diese Form der Maßregelung nur eine freiwillige Möglichkeit bleibt.

„Richter sind nicht die Polizei auf dem Vorbereitungsplatz“
Mitglied des Arbeitskreises – und gleichzeitig Vorsitzender der Fachgruppe Dressur in der Deutschen Richtervereinigung – ist Klaus Ridder. Aus seiner Sicht ist der Bewertungskatalog wichtig und hilfreich: „Zwar sind diese Kriterien auch bisher schon gültig gewesen, die detaillierte Auflistung erleichtert uns aber die Arbeit und vor allen Dingen die Argumentation gegenüber den Reitern. Die Richter sind aber nicht die Polizei auf dem Abreiteplatz“, fügte er hinzu und ergänzte mit Blick auf die anwesenden Journalisten: „Wir werden jetzt auch nicht spektakulär öffentlichkeitswirksam eingreifen, sondern bei beispielsweise Prüfungen auf höchstem Niveau erst den Trainer ansprechen, der sich dann direkt an den Reiter wenden kann“. Mehr Richter, um alle Reiter besser im Auge zu haben, soll es dagegen auf dem Abreiteplatz nicht geben, so Klaus Ridder: „Der Bewertungskatalog ist schließlich keine Checkliste, die abgearbeitet werden muss. Ich gehe aber davon aus, dass der Katalog wesentlich dazu beiträgt, die Kommunikation mit den Reitern zu verbessern“

Kommunikation ist Alles und „Prävention statt Sanktion“
Überhaupt: Kommunikation ist das am meisten verwendete Wort an diesem Vormittag in der FN-Zentrale. Thies Kaspareit hofft durch den Beurteilungskatalog auf einen besseren Dialog mit den Reitern: „Kommunikation bedeutet ja nicht nur einzuschreiten, sondern auch in einen Dialog zu kommen. Wir wollen die Reiter, die nicht pferdegerecht reiten, zum Umdenken bewegen. Prävention ist doch viel hilfreicher, als wenn wir nur Sanktionen aussprechen.“ Kommunikation zwischen Reiter, Richtern, Trainern, vielleicht sogar auch Kommunikation mit den Zuschauern – nur die Kommunikation mit dem Pferd tauchte nicht all zu oft auf.
Dafür spielt immerhin ein Pferd die Hauptrolle in einem Film, den die FN eigens als Anschauungsmaterial für den Bewertungskatalog in Auftrag gegeben hat. Emotionale Musik am Anfang, der Blick auf Turnierplätze aller Disziplinen und schließlich Schnitt, die nächste Szene: Eine junge Frau im Dressur-Outfit reitet einen Braunen, erst in der „pferdegrechten“ dann in der „auffälligen“ Variante und schließlich rollkurt sie das Pferd so, dass es mit der Nase die Brust berührt. Das ist absolut inakzeptabel und kein pferdegerechtes Reiten, lautet die eindeutige Botschaft des Films.
Sichtbar ist aber auch, dass selbst in der „pferdegerechten Variante“ die Stirnlinie des Pferdes nicht vor der Senkrechten ist. „Sie müssen alle Bewertungskriterien zu Grunde legen“, mahnt Sportchef Denise Peiler. „Außerdem handelt es sich bei der ersten Spalte „pferdegerecht“ ja um das Ideal. Und wer von uns hier im Saal kann dies schon zu 100% erfüllen?“

Den FN-Film können Sie sich hier ansehen.

Kein Problem des Spitzensports?

Monica Theodorescu glaubt an die Wirksamkeit des Filmes: „Gerade im Breitensport, in den unteren Klassen, kann damit so manchem Reiter ein Spiegel vorgehalten werden. Auf internationaler Ebene und bei unseren Kaderreitern ist da der Handlungsbedarf nicht so groß“. Als die Bundestrainerin einige ungläubige Blicke im Publikum wahrnimmt – schließlich wurde die ganze Rollkurdebatte durch das Verhalten von Spitzenreitern ausgelöst – meint sie: „Heute will keiner mehr diese exaltierten Spanntritte sehen. Es gewinnt auch kein Pferd mehr, das bei der Grußaufstellung nicht still steht. Da hat sich zum Glück in der vergangenen Zeit einiges verändert.“

Die nationalen Kriterien und das internationale FN-Reglement
Der Beurteilungskatalog und die Empfehlungen für die Richter sind nur bei nationalen, deutschen Turnieren in Zukunft ein Maßstab. Findet ein internationales Turnier auf deutschen Boden statt, gilt das FEI-Reglement. Hier ist seit dem Jahr 2010 die umstrittene zehn-Minuten-LDR-Regel in Kraft. Für diesen Zeitraum ist das sogenannte Low-Deep-Round erlaubt, erst danach müssen die Stewards am Abreiteplatz eingreifen. Kritiker hatten schon beim Entstehen der Regel bemängelt, dass dieses Low-Deep-Round nichts anderes als eine umbenannte Rollkur sei. Zudem stellte sich schnell heraus, dass ein Steward allein kaum einen Abreiteplatz mit vielen Reitern minutengenau im Auge behalten kann.
In den deutschen Empfehlungen findet sich keine Zeitangabe, ab wann Richter einschreiten müssen. Denise Peiler: „Stoppuhr und Schablone taugen am Vorbereitungsplatz nicht zur Bewertung“. Für die deutschen Turniere gelte deshalb: „Der Zeitraum bevor eine Reaktion erfolgt, muss so lang bemessen sein, dass Richter/Stewards die Situation seriös einschätzen können.“ Und dies könne durchaus auch schon nach zwei Minuten sein und nicht erst nach zehn.Theoretisch.

Deutsche Regeln der FEI vorgestellt
Die deutschen Empfehlungen an die Richter und den Beurteilungskatalog haben ihren Weg auch nach Lausanne gefunden, zum Hauptquartier der FEI. „Unsere Ideen sind dort sehr positiv aufgenommen worden“, sagt FN-Generalsekretär Sönke Lauterbach. Ein weiteres Vorgehen auf internationaler Ebene – wie das Einbringen eines Antrages – ist aber nicht in Sicht. „Das ist ja auch schon eine Art Offensive, die wir gestartet haben, indem wir unsere Vorschläge weitergeleitet haben“, findet der Generalsekretär.

Von der Theorie zur Praxis
Die deutschen Richter haben den Beurteilungskatalog enthalten, der Film soll sich über die Homepage der FN verbreiten. Der Optimismus in Warendorf ist spürbar. Doch so sehr wie sich alle Beteiligten ein schnelles Umsetzen wünschen mögen – am Ende sind es die Richter, die dafür Sorge tragen müssen. Thies Kaspareit gibt sich ganz entschlossen: „Wir wollen gerade ihnen damit den Rücken stärken.“
Würde heute bei einem deutschen Turnier jemand im Anky-van-Grunsven-Stil reiten, müsste er angesprochen werden, so die einhellige Aussage der FN-Experten auf dem Podium. Und auch ein Totilas könnte nicht mehr so abgeritten werden, wie es in Hagen im Jahr 2012 zu sehen war: mit bis auf die Brust gezogenem Maul. Thies Kaspareit räumt ein: „Wir hätten den Reiter, Matthias Alexander Rath, damals direkt darauf ansprechen und aufmerksam machen müssen. Das haben wir versäumt.“

Nach gut zwei Stunden hakt FN-Pressesprecherin Susanne Hennig den Punkt „Ergebnisse Runder Tisch Aggressives Reiten/Rollkur“ ab. Draußen hat die Sonne den drückenden Nebel vertrieben und taucht Warendorf in ein strahlendes Licht. Nur im Sitzungssaal 1 der FN-Zentrale bleibt das ein oder andere Nebelwölkchen zurück. (cls)

 

10 Antworten

  1. shootinggirl
    |

    http://shootinggirl.blog.de/2014/07/26/abreiten-18975465/
    Über diesen Link kommt ihr zu einem Bild das ein schönes Beispiel für gekonnt, korrektes Longieren auf dem Abreiteplatz zeigt . Vermutlich nach den neusten Regeln der deutschen FN. Heil Dir o Oldenburg !!! Dem Paar wurde von den Richtern ausdrücklich bestätigt, auf dem richtigen Weg zu sein.
    An welche Stelle wurde dieses Paar plaziert ?? Ich habs vergessen-)) .

  2. shootinggirl
    |

    Ein nettes, positives Bild zumThema:
    Dressurpferdeprüfung Klasse A, 4 jährige Oldenburger . Dressage, young horses, Germany, Hier ein schönes Beispiel
    für gekonnt, korrektes longieren auf dem Abreiteplatz . Vermutlich nach den neusten Regeln der deutschen FN. Heil Dir o Oldenburg !!! Dem Paar wurde von den Richtern ausdrücklich bestätigt, auf dem richtigen Weg zu sein.
    An welche Stelle wurde dieses Paar wohl plaziert ?? Ich habs vergessen-)) .
    http://shootinggirl.blog.de/2014/07/26/abreiten-18975465/

  3. […] das neue national gültige Konzept der FN (wir berichteten), wirbt Generalsekretär Soenke Lauterbach nun auch auf internationaler […]

  4. Gabriele Sobotta
    |

    Wahnsinn, nach bald 8 Jahren Roll-Kur-Diskussion hat die FN es nun endlich geschafft, sich mal konkret zu diesem Thema zu äußern. Doch das Video ist ein Armutszeugnis für die FN. Gibt es dort wirklich keinen Reiter, der sein Pferd mal mit der Nasenlinie vor der Senkrechten reiten kann? Es ist immer das Selbe, da werden Richtlinien herausgegeben mit Zeichnungen und Texten, wie es sein soll und dann wird hier die eigentliche Vorbild-Szene schon mit Fehlern dargestellt und diese dann auch noch als „nicht so schlimm“ abgetan. Die angeblich gestellten Szenen sehen leider so gekonnt aus, dass man eher den Eindruck hat, dass dieser Reiter häufiger so reitet. Jeder andere Reiter, der sein Pferd wirklich liebt und pferdegerecht reitet, hätte sich geweigert so aggressiv zu reiten, auch wenn es nur für diese Video-Aufnahmen sein sollte. Ich bin gespannt, ob auch mal Richter den Mut haben, die prominenten Reiter vom Abreite-Platz zu verweisen, wenn sie so aggressiv und in Hyperflexion reiten.

  5. Eilan
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    Ich sehe da auch keine Verbesserung. Es wurde mal drüber geredet und dabei fiel auf, dass man das „Handwerkszeug“ ja schon in den Richtlinien findet. Aber gemacht, bzw. geändert wurde nichts.
    Klar ist der Punkt, dass die Veranstalter die Richter aussuchen ein Knackpunkt, aber ich persönliche wäre auch mit einer Zuteilung von höherer Stelle nicht zufrieden. Meiner Meinung nach gibt es auch Richter, die „unsachgemäße“ Ansichten haben oder bei denen man manchmal das Gefühl hat, dass falsches Reiten (egal ob Abreiteplatz oder Prüfung) sie nicht so sehr kümmert, wie es der Fall sein sollte.
    Vielleicht müsste man bei der Wahl der Richter etwas aufmerksamer sein.
    Auch nicht jeder, der reiterlich sieht was falsch läuft hat das Rückrat um sich den Stress mit Reiter und/oder Trainer anzutun, wenn man den Mund aufmacht, auch als Richter nicht. Klar wirkt sich solch ein Verhalten va. während der Prüfung dann auf die Wertnote aus, aber solange es nicht explizit in die Bewertung geschieben wird, sondern es noch nett umschrieben wird, sehen viele Reiter den Fehler erst garnicht. Vor allem bei den kleineren Klassen, bei denen die Fehler vielleicht noch korrigierbar wären.

  6. Gabriele Tenius
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    Das derzeitige System, nachdem Richter eingeladen werden (wollen) und für ihren Einsatz ein kleines Zubrot erhalten, ist kontraproduktiv zu dem was nun Gott sei Dank geändert werden soll. Ein Veranstalter wird immer die bequemen und großzügigen Richter einladen, damit es möglichst wenig Ärger mit den Turnierreitern (denen, die das Turnier ja letztenendes mitfinanzieren und durch ihre Anwesenheit für das ebenfalls das Turnier mitfinanzierende Publikum attraktiv machen sollen) gibt. Die einzig mögliche Variante, um „schwierige“ Reiter dauerhaft zur Rechenschaft ziehen zu können (und ohne Nachteile für die Richter des Nichteingeladenwerdens), wäre ein System, bei dem die Richter nicht vom Veranstalter eingeladen werden, sondern von den Landeskommissionen per Losverfahren im rolierenden Verfahren so zugeteilt werden, daß immer andere Richter aber mit denselben tierschützerischen Zielen die Kontrollen durchführen. Außerdem ist es auch eine Persönlichkeitsfrage des jeweiligen einzelnen Richters, einem (ggfs.) „erfolgreiche“ Reiter vor Publikum die gelbe oder rote Karte bei tierschutzwidrigem Verhalten zu zeigen. Dazu braucht es Zivilcourage, die nicht jeder hat.

  7. G. Mißberger
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    Schöne Worte und ein gutes Ideal!
    Doch leider sehe ich darin keinen Fortschritt für die Pferde und auch nicht für die kommenden Reiter-Generationen. Denn solange es Trainer gibt, die ihre Schützlinge nach L-D-R trainieren und selbst so reiten, wird sich nichts ändern.
    Sehr verwundert war ich über die Aussage: „Richter sind nicht die Polizei auf dem Vorbereitungsplatz“ – Was sind sie dann?
    Wenn die FN Änderungen will, dann sollte sie Nägel mit Köpfen machen. Beispielsweise gehört KEIN 3jähriger in eine Prüfung! Die Pferde werden zwar offiziell nach FN-Vorgabe zum 1.1 ein Jahr älter, allerdings ist ein Im Juni geborener und im Mai seines 3. Jahres vorgestellter tatsächlich noch immer nicht 3 Jahre alt. Schon allein das ist nicht pferdefreundlich! Wenn man bedenkt, dass dieses arme Geschöpf mindestens 8 Wochen vorher schon in voller – und sicher nicht gerade schonender – Ausbildung war.
    Es sollte die Forderung nach einer soliden Grundausbildung geben, die dem Pferd auch Zeit gibt. Dann sehen wir auch wieder weniger „Hampelmänner“ bei X Halten, sondern wieder gelassene und motivierte Pferde, die strahlen und schlicht schön sind.

    Doch solange es um Geld geht, wird es wohl ein Traum im Sport bleiben. Und nur wenige Pferde werden eine Ausbildung als Remonte genießen dürfen. Schade!

  8. Piet
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    Kritische Rigter werden dann nicht mehr eingeladen. Derjenige die so reiten können es nicht auf andere Weise! Sie sollen von vorne anfangen, sogar anders über Pferde denken. Das können sie nicht, das wollen sie nicht. Das dauert zu lange und Zeit ist Geld. Darum gehts bei ihnen.

  9. Chantal Kloke
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    Hallo :),
    endlich werden die Diskussion verwirklicht und wir kommen zum pferdefreundlichen Reiten zurück.
    Ich bin schon lange der Meinung das viel mehr auf Turnieren und Abreiteplätzen auf die Ausbildungsweise geachtet werden muss.
    Bereite ich meine Pferde im täglichen Training schon ordnungsgemäß nach der Skala der Ausbildung vor und achte darauf das meine Pferde in jeder Gangart und in jedem Tempo immer bereit sind abzukauen und sich vorwärts abwärts zu strecken um die Losgelassen zu überprüfen, komme ich als Reiter gar nicht in die Lage mit Gewalt oder negativ einwirkenden Hilfen zu arbeiten.
    Allerdings sollte auch in Jungpferdeprüfungen mehr auf gut ausgebildete Pferde gelegt werden, für mich gehört z.B. kein 3jähriges Pferd in einer Reitpferdeprüfung in die Platzierung, welches durch Spannungstritte
    für einige „schön anzusehen“ ist, sondern Pferde die in Remontenhaltung mit Losgelassenheit im Takt solide durch die Prüfung laufen.
    Aber immerhin kommen wir der pferdegerechten und freundlichen Ausbildung wieder ein gutes Stück näher, sofern die Richter auf Turnieren auch konsequent durchgreifen, genauso wie bei der Notenvergabe. 🙂
    Mfg Pferdewirtin Chantal Kloke

  10. Christina Ertl
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    Für mich kein Fortschritt. Um diesen Beurteilungskatalog umzusetzen, müsste es auch neutrale Richter geben. Lächerlich.