Definition der Anlehnung: Peter Kreinberg

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Die Definition der Anlehnung:

Peter Kreinberg

Peter Kreinberg gilt als Pionier der Westernreiterei und des Horsemanship in Deutschland. Seine Ausbildungsmethode führt von der Bodenarbeit über die anspruchsvolle Gymnastizierung bis hin zum harmonischen Miteinander in klassischen Westernlektionen. Vor kurzem hat der Westerntrainer und Autor von zahlreichen Fachbüchern seinen Wohnsitz nach Frankreich verlegt.

 

Wie definieren Sie Anlehnung?

Eine Definition ist nicht ganz einfach. Das Westernreiten ist ja keine festgeschriebene Reitweise – es gibt keine Richtlinien wie bei­spielsweise bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. Deshalb sind in den Regelwerken der Ersten Westernreiter Union Deutschland (EWU) kaum präzise Definitionen zum Zügelkontakt zu finden. Wenn ich über Westernreiten rede, vermeide ich bewusst den Begriff „Anlehnung“. Das würde zu Missverständnissen führen. Sprechen wir lieber neutral von Einwirkung oder Kontakt.
Ziel der Westernausbildung ist, das Pferd am losen Zügel ohne sichtbare Hilfen zu reiten. Obwohl das, realistisch betrachtet, nur die Besten der Besten schaffen: Mit ständig durchhängendem Zügel in Balance alle Lektionen korrekt zu reiten, ist wirklich der Idealfall. Aber die EWU verlangt in der Prüfung, dass das Pferd in natürlicher Haltung mit leichtem Kontakt zum Maul oder am vernünftig lockeren Zügel geritten wird. Es soll dabei nachgiebig im Maul sein, alle Zügelhilfen willig annehmen und mit gutem Schub aus der Hinterhand im Takt, losgelassen und gerade gerichtet gehen.
Seit einigen Jahren legen die Richter in Prüfungen wieder mehr Wert auf taktreine Gänge und auf ein gerade gerichtetes Pferd. Natürlich gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Prüfungen – bei der Rinderarbeit gelten andere Regeln als beim Reining.
Für alle gilt aber: Im Ausbildungsprozess soll die Zügelführung mit immer weniger Kontakt auskommen. Eine dauerhafte Verbindung zum Maul streben die Westernreiter nicht an. Der Zügel wird kurz angenommen und gibt sofort wieder nach – der Kontakt ist nur als Impuls, als Signal gedacht.

 

Das gesamte Interview mit Peter Kreinberg lesen Sie in unserer Printausgabe 3/2005.
Die Printausgabe können Sie hier bestellen

Wir haben auch Peter Kreinbergs Video "Pferde mit guten Manieren" unter die Lupe genommen, die Besprechung dazu finden Sie hier