Die Grunderziehung beim alten Pferd
Was Hänschen nicht lernt.....
Die Grunderziehung beim alten Pferd
Von Stefanie Simon
Der Blick in die Kaufanzeigen der Pferdezeitschriften zeigt: Junge Pferde scheinen alle ausnahmslos gut erzogen: Halfterführig, schmiedefromm, verladesicher sind schließlich wichtige Kriterien beim Kauf eines Jungpferdes. Bei älteren stehen andere Eigenschaften im Vordergrund - reiterlich möglichst weit ausgebildet sollen sie sein. Von Gehorsam und Erziehung ist hier nur noch selten die Rede. Doch wer ein älteres Pferd kauft oder eine Reitbeteiligung sucht, findet nicht immer perfekte Manieren vor. Was tun, wenn der gerade gekaufte, sechsjährige Dressurcrack für jede Fahrt zum Turnier drei Helfer zum Verladen braucht? Oder die Reitbeteiligung das geländesichere Pony nur unter entschiedenem Einsatz der Gerte von seinem Fleckchen Gras wegzerren kann? Wenn schon der Weg zur Koppel zum Abenteuer wird, weil das Pferd den Menschen einfach quer über den Hof zieht, ist das schlicht und einfach ein Zeichen für mangelhafte Erziehung.
Beispiel 1: Roy, Grunderziehung mit zehn Jahren
Sonja Lenecke hat vor neun Jahren ihren Norwegerwallach Roy gekauft. Damals war er zehn Jahre alt. Die Vorbesitzerin hatte ihn monatelang nur auf der Weide stehen lassen. Das Ergebnis, erinnert sich Sonja, war ein total unerzogenes Pony: "Er war fett, dreist und dominant." Wenn sie ihn von der Weide holte, riss er sich los und galoppierte zum Stall. Beim Longieren das gleiche Spiel. Nicht einmal eine Serreta konnte ihn stoppen. Eines Tages fegte Roy - wieder einmal allein auf dem Heimweg zum Stall - im vollen Galopp über mehrere Straßen und überquerte dabei eine Bahnlinie. Sonja wußte: So kann es nicht weitergehen. Zufällig beobachtete sie beim Tag der offenen Tür im Nachbarstall eine Stunde in Bodenarbeit. "Also habe ich mir Hilfe geholt und Unterricht genommen," erzählt die heute 25-Jährige. "Erst einmal ging es nur um das Führen, das klappte schon ganz gut. Den Durchbruch hatten wir aber, als wir mit Roy in den Round-Pen gingen." Hier konnte der Norweger nicht mehr ausweichen oder wegrennen. Und Sonja musste eine klare Körpersprache entwickeln. "Roy hat auf einmal aufgepasst und auf mich geachtet!", erzählt Sonja. "Er hatte wirklich Spass daran." Heute ist Roy neunzehn und ein echtes Verlasspferd. Er wird Dressur und im Gelände geritten und beherrscht viele Zirkuskunstsstücke. Sonja gibt sogar Kindern Unterricht auf den Norweger. "Er wird von einem zehnjährigen Jungen mit Halfter geritten, sogar im Galopp", berichtet sie. "Je älter er wird, desto mehr wachsen wir zusammen und erreichen immer mehr."
Pferde lernen lebenslang
Mit ärgerlichen, sogar gefährlichen Eigenheiten eines erwachsenen Pferdes muss man sich nicht abfinden. Für bessere Manieren ist es nie zu spät, sagt Peter Kreinberg, langjähriger Ausbilder in Western-Horsemanship.
Bei älteren Pferden ist es jedoch nicht einfach, ein bereits gefestigtes Verhaltensmuster zu ändern. Das bestätigt auch Christoph Hess, Leiter der Abteilung Ausbildung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN): "Mit älteren Pferden ist es wie bei erwachsenen Menschen: Eingeschliffene Verhaltensweisen haben sich durchgesetzt. Das fängt mit schlechten Manieren an und endet bei gefährlichen Untugenden." Deshalb, so die Erfahrung des Ausbilders, kann man bei der Arbeit mit älteren Pferden nicht bei Null anfangen - man muss sozusagen im Minusbereich beginnen. Wenn eine Angewohnheit jahrelang ungeahndet bleibt, ist es schwer, dem Pferd begreiflich zu machen, das sie jetzt verboten ist. Diese Arbeit erfordert viel Zeit- und Einfühlungsvermögen. Hess betont: "Mit der Brechstange läßt sich kurzfristig nichts verbessern."
In diesem Punkt sind sich die Experten einig. Auch Westernausbilder Kreinberg ist überzeugt, dass die Arbeit mit älteren Pferden schwierig sein kann: "Was ein Pferd in jungen Jahren lernt, prägt sich tief ein. Soche Schlüsselerlebnisse wirken sehr nachhaltig." Das heißt: Hat das Jungpferd früher einmal eine solide Grundausbildung genossen und dann vieles verlernt, lässt sich auf das Gelernte aufbauen. Fehlt allerdings jegliches Grundwissen, braucht es viel Erfahrung und umfangreiche Kenntnisse, um die alten Gewohnheiten umzuwandeln.
Allerdings sind Pferde sehr aufnahmefähig, ganz unabhängig vom Alter. Peter Pfister gibt Kurse in Horsemanship, Zirkuslektionen und Ranch-Reitweise. Seine Erfahrung: "Alte Pferde lernen nicht schlechter als junge. Deshalb bleibt die Basisarbeit immer dieselbe." Unterschiede ergeben sich eher aus der Persönlichkeit des Pferdes. Ein ranghohes Tier wird seine Freiheiten nicht leicht aufgeben wollen, die es jahrelang ungestört genossen hat. Der Umgang mit diesen Pferden ist ohnehin nicht einfach - da muss man deutlicher werden, meint Pfister: "Alphatiere wollen sich ständig messen. Ein solches Pferd wird immer wieder die Frage nach der Rangfolge stellen - manche tun es dreimal täglich." Dagegen werde sich ein rangniedriges Tier leichter unterordnen, auch wenn es schon älter ist. Wahrscheinlich sei es sogar froh über die neue, klare Sprache seines Besitzers und könne dann zu hohen Leistungen fähig sein, so der Pferdetrainer.
Die ständige Frage nach der Leitungskompetenz ist dem Flucht- und Beutetier Pferd angeboren. Je fähiger die Leittiere, desto besser geht es der Herde. Deshalb werden Leittiere laufend auf Schwächen getestet und genauso macht es das Pferd mit dem Menschen. Verhält dieser sich schwach oder inkonsequent, übernimmt das Pferd selbst die Leitung. Dieses Verhalten bestimmt den gesamten Umgang mit dem Pferd - jeden Tag, jede Stunde, erklärt Pfister: "Pferdeausbildung ist immer."
Die Grundlagen: Wer führt hier wen?
Link: Fotostrecke: Führen
Führt der Reiter das Pferd oder bestimmt das Pferd, wo es lang geht? Im ersten Schritt, so die Experten übereinstimmend, müssen zwei Fragen geklärt werden: Wer führt? Und wer muss weichen? Diese wichtigen Spielregeln des Miteinander ergeben sich aus dem natürlichen Verhalten des Pferdes. In der Herde regelt die Rangordnung, wem die Pferde eine Führungsrolle zutrauen und wer zuerst an Futter oder Wasser darf. Im Umgang mit dem Menschen muss das Pferd begreifen, dass der Zweibeiner den Ton angibt. Deshalb steht ein Führtraining oder Bodenarbeit am Anfang jeder Pferdeschule - und ganz besonders, wenn der Schüler schon älter ist.
Pferde ohne Manieren haben im Umgang mit Menschen nie Grenzen gesetzt bekommen. Dabei ist es für ein Pferd ganz normal, in Grenzen zu leben, erklärt Ausbilder Kreinberg. Dazu gehören territoriale Grenzen wie Flüsse oder Berge, von der natürlichen Umgebung vorgegeben, und abstrakte, die von den Herdenmitgliedern bestimmt werden. Jetzt muss das ältere Pferd lernen, dass auch der Mensch ihm solche klaren Signale gibt: Du hältst beim Führen Abstand. Du scheuerst nicht deinen Kopf an mir. Du wartest ab, bis ich dir erlaube, ans Futter zu gehen.
Beispiel 2: Fáni, Grunderziehung mit neun Jahren
Isländer Fáni kam mit neun Jahren zu Eva Kreisel: „Ein Büffel“, erinnert sie sich. Der Wallach war ihr auf einem Reitseminar als Leihpferd zugeteilt worden. Als sie ihn zum ersten Mal führen wollte, merkte sie nach zehn Metern: „Ich war eher ein lästiges Anhängsel für das Pony. Er hat gedrängelt, einfach den Kopf ins Gras gesenkt - eine Katastrophe.“ Kein Wunder: Die Vorbesitzer hatten das Pferd betüddelt, ihm aber keinerlei Grenzen gesetzt. „Das erste Mal nahm Fáni mich ernst, als wir im Viereck das Weichen übten. Ich war nach dem anfänglichen Hin und Her so entschlossen, dass ich richtig energisch und schwungvoll wurde. Und - er ging ohne Zögern beiseite.“ Nach dem Seminar kaufte sie den Wallach. Mit der Ausbildung begann Eva noch einmal von vorn: „Erstmal musste ich das Führen klären.“ Sie hatte bereits Kurse in Bodenarbeit gemacht, das half ihr jetzt bei dem Neunjährigen. Am Anfang, berichtet sie, musste er einfach lernen, dass er nicht gewinnen kann. Zum Beispiel beim Verladen, gegen das sich der kleine Falbe mit allen Mitteln wehrte: „Besonders wichtig war für mich die innere Entschlossenheit. Fáni musste wissen, dass wir notfalls bis in die Nacht üben. Oder er tat es eben gleich." Zum Vertiefen des Gelernten besuchte sie mit Fáni noch zwei weitere Kurse.
Aber auch beim Reiten machte der Isländer es ihr nicht leicht. Es konnte vorkommen, dass er sich einfach herumwarf, das Gebiss zwischen die Zähne nahm und durchging. Im Gelände musste sie ihm durchaus deutlich zeigen, dass er mit diesen Faxen nicht durchkam. Obwohl die Durchgehversuche zunehmend seltener auftraten, dauerte es fast zwei Jahre, bis das Problem wirklich gelöst war. Dann fing sie mit dressurmäßigem Reiten an, nahm regelmäßig Unterricht und fand: Die körperliche Entwicklung tat auch der Psyche Fánis gut. Inzwischen hat der Isländer sein Einmaleins gelernt: Er lässt sich ohne Schwierigkeiten verladen, bleibt beim Putzen und Satteln überall ohne Anbinder stehen und hat sich als kooperatives, freundliches und nervenstarkes Pferd entpuppt. „Trotzdem stellt Fáni immer wieder mal die Frage: ‚Muss ich das wirklich tun?‘. Ich glaube, das ist bei einem Pferd, das einmal die Erfahrung gemacht hat, dass Menschen ihm unterlegen sind, noch ausgeprägter als bei anderen“, sagt Eva. "Man muss halt konsequent bleiben“.
Westerntrainer Peter Kreinberg rät, sich bei der Bodenarbeit von Experten helfen zu lassen: "Man braucht für die Korrektur viel Erfahrung. Unterschiedliche Pferde brauchen unterschiedliche Methoden. Ein guter Ausbilder kann aus einer ganzen Palette von Techniken schöpfen - wenn eine Methode nicht verfängt, kann er auf Alternativen ausweichen." Der erfahrene Pferdemann warnt ausdrücklich vor scheinbar schnellen und unfehlbaren Hauruck-Methoden, die ein Laie aus Büchern oder bei einer Vorführung kennenlernt und dann zu Hause ausprobiert. "Wer hier falsch vorgeht, macht ganz schnell aus einem unerzogenen, freundlichen Pferd ein unerzogenes, aggressives Pferd."
Konsequenz ist der Schlüssel
Eigentlich gilt es für alle Pferde. Aber für Späteinsteiger in Sachen Manieren gilt es doppelt: Konsequenz ist das A und O. Denn schnell wird das Pferd wieder in alte Verhaltensmuster zurückfallen, vor allem, wenn es diese schon jahrelang gezeigt hat. Entscheidend ist: Alle Menschen, die mit dem Pferd umgehen, müssen an einem Strang ziehen. Wenn die Reitbeteiligung das Betteln des Pferdes "so süß" findet und mit Leckerchen belohnt, wird der Besitzer mit seinen Erziehungsversuchen scheitern. Soll das Pferd eine neue Verhaltensweise lernen, müssen die Menschen auch dabei bleiben.
Beispiel 3: Samuraij, Grunderziehung mit sechseinhalb Jahren
Als Ines Klein ihren Budjonny-Wallach Samuraij kaufte, war der Sechsjährige schon durch mehrere Hände gegangen und hatte einen endlosen Transport aus Russland hinter sich. Dort war er praktisch freilaufend in einem großen Gestüt aufgewachsen. "Am Anfang zeigte sich Samuraij sehr zwiespältig", erzählt Ines. Er war im Umgang ängstlich, nervös, wollte mit Menschen nichts zu tun haben. In der Offenstall-Herde fühlte er sich gleich wohl, war selbstsicher und stürzte sich in Rangkämpfe." Der Wallach war zwar schon geritten worden, verknüpfte damit aber nicht die besten Erinnerungen und galt als Durchgänger. Er konnte nicht stillstehen, ließ sich am Kopf nicht anfassen und sprengte innerhalb kürzester Zeit mehrere Halfter. Aber Ines merkte schnell, das Samuraij durchaus sensibel sein konnte: "Wenn ich ihm deutliche Zeichen gab, reagierte er sofort. Als er mich einmal auf dem Putzplatz durch sein Hin- und Hergetrippel an die Wand drückte, trommelte ich ihm mit den flachen Händen ganz schnell auf das Fell. Er war ganz erschrocken und zog sich sofort zurück." Ines setzte auf Bodenarbeit und Spazieren gehen. Im Rückblick dauerte es etwa ein Jahr, bis das Pferd Vertrauen gefasst hatte. "Anfangs traute er einfach den Menschen nicht. Hier half nur sehr konsequentes Verhalten. Dadurch baute er langsam Vertrauen auf", erzählt seine Besitzerin. Diese Verläßlichkeit des Menschen war für Samuraij ganz wichtig, meint sie. "Er ist jetzt elf Jahre alt. Seit den Anfängen habe ich meinen Umgangston ihm gegenüber nicht geändert. Lob und Konsequenz, darauf kann er sich verlassen." Inzwischen hat er das Vertrauen in Menschen wieder gewonnen, hat an Nervenstärke zugelegt und ist ein kooperatives, gelassenes und vielseitiges Pferd geworden.
Bei allen unerwünschten Verhaltensweisen muss der Mensch nach Gründen suchen, sich eine Strategie überlegen und diese dann unbeirrt durchhalten. Dabei gibt es immer viele Wege, ein Erziehungsziel zu erreichen. Wenn ein Pferd gewohnheitsmäßig auf allem herumkaut, was vor seiner Nase baumelt - Anbindestricke, Ledertrensen, Jacken von Mitreitern -, ist das eine besonders lästige und auch teure Unart. Bekommt das Pferd dann einen Klapps auf den Hintern und hört ein vorwurfsvolles "Du, Du!", hat es eigentlich erreicht, was es wollte: Aufmerksamkeit. Das ist die beste Voraussetzung, das es in Zukunft das Kauen gezielt einsetzt.
Gründe suchen
Den Ausbildern Pfister und Kreinberg fallen gleich mehrere Möglichkeiten ein, um diese Unart zu kurieren. Nach dem Grundsatz, unerwünschtes Verhalten unangenehm zu machen und erwünschtes Verhalten angenehm, suchen sie nach Wegen, das gewohnheitsmäßige Kauen dem Pferd zu verleiden. Erste Maßnahme: Die Gelegenheiten minimieren - also den Strick verkürzen oder eine mit Kunststoff überzogene kurze Kette zum Anbinden verwenden. Zweite Idee: Den Strick mit Tabasco oder bitterem Verbissmittel beträufeln. Will das Pferd mit dem Kauen wirklich nur Aufmerksamkeit erreichen, hilft vielleicht schon konsequentes Ignorieren. Oder der Mensch setzt einen unangenehmen Ton ein - im Prinzip wie das nervende und wirkungsvolle Getröte, das ein Auto von sich gibt, wenn man sich nicht anschnallt. Ein Zischen, eine knallende Gerte auf der Bretterwand, ein Schlenkern am Seil kann erreichen, dass das Pferd im Kauen innehält - und dann wird es gelobt. Allerdings, so Kreinberg, ist diese Unart sehr schwer zu korrigieren: "Das wird mit der Zeit zu einem Habitus wie Daumenlutschen, und bei manchen Pferden ähnelt es einem Suchtverhalten, wie bei Rauchern."
Gymnastik für Kopf und Körper: Zirkuslektionen
Viel besser als Strafe ist Lob. Deshalb sind Zirkuskunststücke eine sehr gute Möglichkeit, ältere Pferde an neue Aufgaben heranzuführen. Ohne Lob geht hier gar nichts. Und das packt auch den verstocktesten Gewohnheitstäter an seiner schwachen Stelle. Wenn die Pferde mit diesen Übungen konfrontiert werden, lernen sie vor allem eines - ihren Kopf zu gebrauchen. Weitere positive Nebeneffekte sind: Aufbau von Vertrauen zum Menschen, gymnastizierende Effekte, mehr Selbstvertrauen, Abwechslung und vor allem Spass.
Für die meisten Lektionen gibt es nach oben keine Altersgrenze. Peter Pfister hat in seinen Zirkuskursen Pferde jeden Alters: "Ich hatte schon einmal ein 25jähriges Pferd im Kurs, das ohne Probleme das Kompliment gelernt hat." Ist das Pferd gesundheitlich fit, spricht nichts gegen körperlich anspruchsvollere Kunststücke: Kompliment, Knien, Hinlegen oder Sitzen. Im Zweifelsfall, etwa bei Hufrolle oder Problemen mit dem Rücken, sollte man vorher den Tierarzt fragen.
Zirkuskunststücke sind ideal für alte Pferde, die nicht mehr geritten werden können: Sie fordern Kopf und Körper. Neben den bekannten Übungen wie Spanischer Schritt oder Kompliment sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt: Eien Pferdewippe fördert das Gleichgewichtsgefühl und nimmt ganz nebenbei die Angst vor der schwankenden Hängerklappe. Ja und Nein sagen kann man sogar in der Box üben: Den Anfang bildet beim Neinsagen ein Ohrenkitzeln. Das Ja sagen erfordert eine Vorübung - das Pferd muss zunächst lernen, dem Finger zu folgen. Wer einen großen Gymnastikball hat, kann mit seinem Pferd Fußball spielen. Wenn das Pferd das unheimliche Ding erstmal neugierig beschnuppert, lernt es schnell, den Ball mit Nase oder Vorderbein zu schubsen. Flämen auf Kommando als Pferdelachen, Apportieren eines alten Handtuchs oder eines Verkehrshütchens, einen Teppich mit der Nase ausrollen - alle möglichen Gegenstände und Angewohnheiten des Pferdes können Kunststücke ergeben.
Lebenslang lernfähig
Ist ein Pferd durch die Zirkuslektionen daran gewöhnt, Neues zu erlernen, hilft das auch beim Abstellen von ärgerlichen Angewohnheiten. Ein Pferd, das sich ungern aufhalftern lässt oder dabei verspielt ins Halfter beißt, lernt schnell, dass es sich lohnt, die Nase schnell durch das Halfter zu stecken - denn darunter wartete ein Leckerli. Nach wenigen Tagen wird diese neue Gewohnheit so gefestigt sein, dass die Leckerli nur noch gelegentlich vonnöten sind.
Kurzum: Die Grunderziehung eines Pferdes kann jederzeit beginnen. Schön, wenn das Fohlen schon Benimm lernt. Aber auch der fünfjährige Wallach, die 15-jährige Mutterstute oder das 25-jährige Gnadenbrotpferd sind noch lernfähig und lernbereit.
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