Die infektiöse Blutarmut bei Pferden
Sonntag, den 22. Oktober 2006 um 20:15 Uhr
Seit Ausbruch der Tierseuche im September 2006 sind in Thüringen und in Sachsen insgesamt 20 Pferde eingeschläfert worden. Allein in Thüringen mussten nach Angaben des thüringischen Gesundheitsministeriums 17 Pferde getötet werden.
Die Infektiöse Anämie ist eine meldepflichtige Tierseuche. Von ihr betroffen sind ausschließlich Einhufer, also Pferde, Maulesel, Maultiere und Zebras. Eine Gefahr für den Menschen besteht nach Behördenangaben nicht.
Die Seuche ist Mitte September in Thüringen, im Landkreis Weimarer Land, erstmals aufgetreten. Im Oktober sind zudem erkrankte Tiere in Chemnitz (Sachsen) gemeldet worden. Die zuständigen Gesundheitsministerien gehen allerdings nicht davon aus, dass die Fälle in Thüringen und Sachsen miteinander in Verbindung stehen. Der Auslöser für diesen Seucheausbruch ist noch nicht geklärt. Bei zurückliegenden Fällen, so die Auskunft des thüringischen Gesundheitsministeriums, waren importierte Pferde aus Osteuropa der Anlass.
Gegen diese Tierseuche gibt es keinerlei Impfstoffe oder wirksame Medikamente, wenn die Pferde erkrankt sind. Pferde, bei denen die Krankheit nicht ausbricht, bleiben lebenslang Überträger der Infektiösen Anämie und müssen deshalb auch getötet werden.
Übertragen wird die Seuche in erster Linie durch blutsaugende Insekten, wie Bremsen und Stechmücken. Ist ein Pferd erst einmal erkrankt, dann scheidet es über seinen Speichel und andere Körperflüssigkeiten den Virus aus. Die Inkubationszeit beträgt zwischen ein bis drei Wochen. Die Symptome sind nicht ohne weiteres direkt der Seuche zu zuordnen, da sie bei vielen bakteriellen Infektionen vorkommen können. Dazu gehören beispielsweise hohes Fieber, Lustlosigkeit, blasse bis gelbe Schleimhäute und Kreislaufstörungen. Hundertprozentige Sicherheit, ob ein Tier von der Seuche befallen ist oder nicht, liefert nur ein spezieller Bluttest. (cls)
Weitere, detaillierte Auskünfte zu der Seuche finden sich auf den folgenden Seiten:
Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit: Friedrich-Loeffler Institut:
Landestierärztekammer Thüringen:
Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz (mit Fotos von erkrankten Tieren, nichts für schwache Nerven…)
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