Gebisse - Bilder aus dem Gruselkabinett, um 1890
Martialische Trensen und Gebisse, da fallen einem zuerst Gebisse aus dem Mittelalter oder italienische Exemplare um 1600 ein. Natürlich gab es solche angsteinflössende Gebisse noch deutlich länger und das nicht nur in den Sattelkammern "irgendwelcher Reiter".
"Schmöle und Company" hieß ein Unternehmen der Metallwarenindustrie, deren Vorläufer "Schmöle und Romberg" führten "moderne Verfahren in der Reit- und Fahrgeschirrherstellung" ein. Schmöle und Comp. selbst veröffentlichten um 1890 ein "Musterbuch der Fertigwarenabteilung". Darin enthalten sind Gebisse für jeden Zweck.
72 Seiten umfasst dieses Musterbuch und gibt einen erstaunlichen Einblick in die damals handelsüblichen, deutschen Gebissarten.
Mit dem Begriff "Ordinäre Gebisse" ist diese Seite aus dem Musterbuch überschrieben:

Fast schon harmlos - im Verhältnis zu manch anderer Abbildung im Musterbuch - scheinen die gezeigten Ringtrensen zu sein. Wobei sich mir gerade bei dem vierten Gebiss von oben die Frage stellt, was um Himmels Willen der Reiter hier bezwecken wollte?
Sehr interessant ist auch die Rubrik "Sportgebisse":

Eine weitere Seite "Sportgebisse", beachten Sie hier besonders das Fahrradketten-Gebiss, am rechten, unteren Bildrand.

Und hier eine Reihe der damals erhältlichen Kappzäume, einer schräfer als der andere, der letzte, ganz unten, der spanischen Serreta nachempfunden. (cls)

Wer sich für das Thema "Zügelführungen und Gebisse" interessiert, dem sei unsser gleichnamiges Heft empfohlen, welches Sie hier bestellen können.
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