Kittel rollkurt - und alle schauen zu
Samstag, den 31. Oktober 2009 um 21:08 Uhr



Der schwedische Dressurreiter Patrik Kittel sieht sich
massiver Kritik ausgesetzt. Bei einem Weltcupdressur-Turnier in Dänemark rollkurte
er auf dem Abreiteplatz sein Pferd Scandic in traurigster Manier: Den Hals
links und rechts herum gezogen, die Nasenspitze bis auf die Brust gezwungen und
der Gipfel: Scandic ließ seine blau angelaufene Zunge heraushängen. Kittel bemerkt
das, hält kurz an, stopft die Zunge wieder ins Maul und reitet bzw. rollkurt
weiter. Dokumentiert wurde dieses traurige Spektakel von den dänischen Journalisten von Epona TV.
Sie haben das Video auch bei Youtube eingestellt,
welches hier zu finden ist. Aber Achtung: Machen Sie sich auf über neun Minuten
Rollkur in Reinkultur gefasst.
Kittel befindet sich übrigens nicht alleine auf dem
Abreiteplatz und auch zahlreiche Zuschauer verschließen die Augen vor der
Tortur, die Kittel seinem Pferd zumutet – ganz zu schweigen von den Stewards,
die auch nicht eingegriffen haben.
Insgesamt – so die Journalisten von Epona TV – hätten sie
Kittel zwei Stunden dabei beobachtet, wie er so sein Pferd „trainierte“ – bis auf
eine Schrittstrecke habe es keine Erholungspausen für Scandic
gegeben. Einen ausführlichen Bericht von Epona TV finden Sie auf deren Seite,
allerdings in englischer Sprache.
Nutzen Sie die neue Kommentarfunktion auf unserer Seite - Sie können das Thema hier diskutieren. Update, 02.11.09, 14.40 Uhr:
Kommentare müssen vor der Veröffentlichung von uns freigeschaltet werden. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir nur noch die Kommentare freischalten, die mit vollen Namen versehen sind.
Kommentar schreiben
Kommentare
Wie traurig, so etwas mitansehen zu müssen. Jeder, der die Mimik und Körpersprache von Pferden deuten kann, könnte bei dem Anblick in Tränen ausbrechen. Dass das Pferd überhaupt noch irgendwie vorwärts geht, verwundert einen. Ich schätze, in spätestens drei Jahren ist es schlachtreif, wenn es überhaupt noch so lange durchhält. Die körperlichen Schäden müssen enorm sein. Mal ganz abgesehen von den psychischen.
Das Ganze hat mit Reiten überhaupt nichts mehr zu tun.
Bitte tragt euch alle ein, wenn ihr auch diese Art des Reitens ablehnt!
Übrigens habe ich Herrn Kittel eine Mail geschrieben und bisher keine Antwort erhalten...
LG
Wer hier nicht , die totale mechanisierung des Pferdekörpers unter deutlichem Zwang bemerkt ,in der sich ein freiheitslieben des Wesen bewegen soll, der nuss schon ziemlich blind sein.
Ein absoluter Abstieg in meinen Augen , hohe Ziele mit solchen Mitteln zu erlangen.Wie kann man da noch stolz auf seinen Erfolg sein ?
Das es auch anders geht haben wirklich schon viele bewiesen.Es ist ein Trauerspiel wie wenig couragierte Menschen es gibt. Wer Pferde wirklich liebt und über innere Stärken verfügt, der ist fähig auch seinem Spitzentrainer kritisch zu begegnen und nutzt immer die sanftesten Wege für sein Pferd ,auch dann wenn es um den Erfolg geht.
Ein wirklich starker Mensch ist sich seiner Vorbildrolle bewusst , ein wirklich pferdeliebender macht sich stark für Pferde und ein wirklich harmonisches Reiter-Pferd Paar bewegt sich nicht mechanisiert und abgehackt, sondern locker und fließend .
Nichts gegen Versammlung als Resultat, aber das gezeigte Vidio zeigt in meinen Augen einfach nur eine Art wie Pferden unter Zwang bestimmte Bewegungsabläuf e abverlangt werden.
Den Körper eines Pferdes unter der völligen zwanghaften Kontrolle eines Reiters .Ironisch gesagt würde ich sagen, leidet da einer unter Kontrollverlust ängsten ?
Die Funktionäre haben es in der Hand etwas zu tun , oder besitzen auch sie keine Courage etwas zu tun ???
Claudia Jesussek-Porsch
„Ich liebe meine Pferde und würde nie auf die Idee kommen, sie zu quälen.
Warum sollte ich das auch tun? Mit Zwang kann man kein Pferd zu solchen herausragenden Ergebnissen führen.“
Neee klar!!!
Wisst ihr, woran mich das erinnertSolche und ähnliche Rechtfertigungs versuche muss ich mir in meiner Arbeit (Sozialarbeit im Jugendamt)auch ständig von misshandelnden Ehemännern oder Elternteilen anhören, wenn sie mir zu erklären versuchen, wie sehr sie doch eigentlich ihre Kinder lieben obwohl die kids völlig verängstigt und mit körperlichen und psychischen Symtomen vor mir sitzen. Ist vielleicht ein blöder Vergleich, aber genauso argumentieren sie auch.
Von Selbstkritik, Empathie oder nur ein bisschen Einsicht...KEINE SPUR!
Es überwiegt auch da das Selbstmitleid vor allem anderen!
Einfach nur traurig!
Wie können Menschen bei soetwas einfach zusehen ???
/// Halbsatz entfernt - bitte - auch wenn es bei dem Thema schwierig ist - bitte sachlich bleiben. Admin ///
Haben denn die Richter Kürbisse auf den Augen, soetwas kann nicht ungesehen bleiben.
Wer bei sowas einfach zusieht sollte wegen unterlassener Hilfesleistung verurteilt werden.
Ich kann, will und muss das alles nicht mehr haben.
Was wir tun können:
Wir sollten solche Veranstaltungen meiden und wenn wir hingehen, dann sollten wir auch hinsehen und laut werden wenn sich uns ein solcher Anblick bietet.
Leider hat man in den letzten Jahrzehnten ein blosses Streben nach Turniersiegen zum Selbstzweck werden lassen. Dressur ist zum Zirkusakt verkommen. Das Internet kann helfen, hier aufzuklären und Stimmen laut werden zu lassen.
Beispiel GM Opel bzw. Totilias, der wie ein eingeschüchtert er Hund mit eingezogenem Schweif wie Bodybilder vorwärts strampelt.
In der Westernreiterei da sieht es nicht besser aus, gern schaut man sich die Tricks der Amis ab. Hauptsache Spektakulär!
Die Richter wissen darum und müssen aus dem Schlamassel den mit den am wenigsten Fehlern auf den ersten Platz setzen.
Darum finde ich, dass ein ganz neues Bewertungssyste m her muß.
Ehrlich Reiterei steht hintenan - zum Glück gibt es noch die alten guten Reitlehrer - und da werde ich hingehen.
Alle Kommentare dieses Beitrages als RSS-Feed.