Richard Hinrichs: Reiten mit feinen Hilfen



Der Buchautor Richard Hinrichs ist nicht nur einer der bekanntesten deutschen Barockreiter, sondern er ist auch Jurist. Und ganz wie es von einem Juristen - im positiven Sinne - erwartet werden kann, hat Richard Hinrichs sein Buch logisch strukturiert. Während im ersten Drittel des Buches die verschiedenen Hilfen und ihre Wirkung besprochen werden, richtet sich der Blick im letzten Buchteil auf einzelne Lektionen, wo praktisch erklärt wird, wie diese Hilfen angewendet werden. Im zweiten Drittel spricht Richard Hinrichs etwas an, was in der Literatur so eher ungewöhnlich ist: Er analysiert das Verhältnis von Reitschülern und Reitlehren und bringt sehr genau auf den Punkt - um es verkürzt zu formulieren -, dass die Chemie stimmen muss: Schüler und Lehrer müssen nicht Freunde sein, aber gegenseitiges Verständnis und Motivation auf beiden Seiten ist eine notwendige Selbstverständlichkeit.<span> </span>Schade eigentlich, dass das bisher noch lange nicht alle Reitlehrer beherzigen. <p>Eine wesentliche Rolle spielt bei Richard Hinrichs das innere Bild, das jeder Reiter von sich und seinem Pferd vor Augen hat.<span> </span>Wer sich schwach und unsicher fühlt, kann keine sauberen Lektionen reiten, lautet seine Botschaft. Und das beste handwerkliche Geschick bleibt wirkungslos, wenn die innere Einstellung fehlt. Glaube versetzt Berge und in dem Fall manchmal auch Pferd und Reiter. </p><p>Im praktischen ersten und dritten Teil seines Buches beschreibt Richard Hinrichs mit vielen Bildern und Vergleichen die Hilfen und Lektionen. Allein die unterschiedlichen Variationsmöglichkeiten der Schenkelhilfen führen dem Leser noch einmal vor Augen, wie er sein Pferd konditionieren sollte, um es früher oder später tatsächlich mit feinen Hilfen reiten zu können. Die Zügelhilfen erklärt Hinrichs so plastisch, dass der Leser geneigt ist, sich sofort ein paar Zügel zu besorgen, um ein Tischbein oder einen anderen, wehrlosen Gegenstand zu binden und gefahrlos auszuprobieren, was der Autor da rät. Und tatsächlich: wenige Zeilen später empfiehlt Hinrichs genau das. Es gibt wohl nicht viele Bücher, von denen sich sagen lässt, dass sie einen so sehr zum Mitmachen und Nachahmen animieren. </p><p>Das neue Buch von Richard Hinrichs ist kein Buch für den blutigen Reitanfänger, der noch damit kämpft, überhaupt auf dem Pferderücken zu bleiben. Wer dieses Stadium aber hinter sich gelassen hat, findet in dem Buch viele konkrete Hinweise und Tipps, um dem Ziel des feinen Reitens etwas näher zu kommen. Dabei ist es aber auch ein Buch für Reitausbilder: Nicht nur um das eigene Reiten zu verbessern, sondern auch, um den Unterricht für den Reitschüler anschaulicher, eindeutiger und konfliktfreier zu gestalten. (cls)</p><p class="MsoNormal"> </p><p class="MsoNormal"><strong>Richard Hinrichs: "Reiten mit feinen Hilfen"</strong></p><p class="MsoNormal">Sitz, Einwirkung, <br />Motivation für Pferd und Reiter</p><p class="MsoNormal">Kosmos Verlag 2005, ISBN: 3-440-08051-X</p><p class="MsoNormal">34,90 Euro </p><p class="MsoNormal">

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