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Standpunkt: Reiter ohne Respekt und der schlechte Ruf

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Foto: Julia Rau

 

„Sie ruinieren unseren Sport!“, sagt mein Gegenüber und legt die Stirn in tiefe Falten: „Wie können Sie das nur machen?“, wird anklagend hinzugefügt.

Aha, ich als Journalistin „ruiniere“ also den Reitsport.

Wann immer wir kritisch berichten, ob es nun fragwürdige Ausbildungsmethoden oder noch fragwürdigere „Hilfsmittel“ sind, bekommen wir dieses Totschlag-Argument um die Ohren gehauen. Die Intention dahinter ist klar: Wenn wir aussprechen, was wirklich geschieht, werfen wir ein schlechtes Licht auf den Sport im Speziellen und die Reiterei im Allgemeinen.

Wer einen Moment darüber nachdenkt, merkt: Es sind nicht die Überbringer der schlechten Nachrichten, also die Journalisten, das Problem. Das Problem sind die Reiter, die ihren Pferden solche zweifelhaften Ausbildungsmethoden zumuten, die auf Kosten der Gesundheit ihrer vierbeinigen Partner den schnellen Erfolg suchen. Diese Reiter ohne Respekt sind die schwarzen Schafe des Sports und in der Freizeitreiterei, die eine ganze Sportart in Verruf bringen. Die wenigen Schlechten verbreiten dunkle Schatten über alle anderen. Und da leider manche Mühlen sehr, sehr langsam mahlen ist es gut und richtig, wenn wir – und die anderen Journalisten-Kollegen – darüber berichten. Alles andere würde bedeuten, diesen Zustand des Rollkuren und Barrens als normal hinzunehmen: einen Teufel werden wir tun.

 

Das gilt übrigens nicht nur für die Sportreiterei, sondern auch für die Freizeitreiter-Szene. Auch hier gibt es gruselige Bilder: aus Unwissenheit gequälte Pferde, ungymnastiziert, aber natürlich trotzdem geritten, vermeintlich ach-so-lieb-gehabt und verfettet bis zur Unkenntlichkeit. Der einzige Unterschied: Hier sind in der Regel keine TV-Kameras auf die Reiter gerichtet. Den Pferden ist das freilich egal, sie leiden so oder so stumm.

Wenn  der Norddeutsche Rundfunk nun eine Reportage über die Missstände in der Sportreiterei für den 25. April ankündigt, dann ist das unangenehm für die respektlosen Reiter. Einen hohen Fremdschämen-Faktor hat die dazu ins Leben gerufenen Online-Petition, die die Ausstrahlung der Sendung verhindern soll. Zwar ist nichts genaues über den Inhalt des angekündigten Berichts bekannt, aber die Initiatoren der Petition wollen rein präventiv, dass der TV-Beitrag erst gar nicht gesendet wird. Vermutlich wäre es auch zuviel verlangt, wenn Menschen, die ihr Pferd als Sportgerät betrachten, einen Faible für das Grundrecht der Pressefreiheit haben.

Liebe Reiter ohne Respekt: Manchmal sind Dinge ganz einfach. „Richtig reiten reicht“, sagte der Grand Seigneur des deutschen Reitsports, Paul Stecken. Dann gibt es auch keine schlechten Bilder zu filmen und keine unangenehmen Beiträge für „den Sport“. Und wir könnten uns diese Berichterstattung sparen – denn auf diese „Geschichten“ verzichten wir wirklich gern!  (cls)

 

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35 Antworten

  1. „There,“ I said. „Safe haven in the storm.“

  2. Constance Fritsche
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    Genau der richtige Weg- Hinsehen, Missstände aufdecken, darüber berichten. Nur so können wir ein Bewusstsein in den Köpfen aller schaffen. Aufklärung über pferdegerechtes und physiologisches Reiten gibt es genügend, nur ist es mit Mühe und Hirn verbunden, das als Reiter umszusetzten- für manch einen leider nicht umsetzbar. Mit einen Netzwerk von Physiotherapeuten, die auf Turnierveranstaltungen ihre Arbeit präsentieren, versuchen wir dieses Bewusstsein, den Respekt vor der Kreatur mit auf die Turnierplätze zu bringen. Es erfordert Mut, diejenigen anzusprechen, die ihren Sportpartner nur missbrauchen und ausnutzen, selten ist die Reaktion verständnisvoll aber das Verhalten danach wird von mehr Augen begutachtet und das wirkt. Wir bleiben ebenfalls dran.

  3. nina witzel-özdemir
    | Antworten

    Es ist gut und richtig darüber zu berichten. Ich frag mich bei vielen meiner ReiterkollegInnen,ob sie Respekt vor der Kreatur haben und ihr Pferd überhaupt mögen,bzw als Besitzer die geringste Ahnung von dem haben,was sie da mit ihrem Pferd machen…auch Verhätschelung ist nicht artgerecht…ach,es gibt da so einige Dinge…

  4. ilka ranft
    | Antworten

    Aufklärung allein reicht leider nicht aus, bzw erreicht leider nicht diejenigen, die es dringend gebrauchen könnten. Die Gruppendynamik oder der Gruppenzwang, einfach gesagt, fordert einen hohen Leistungsdruck, dem sich viele lieber fügen als anders und bedacht zu arbeiten und dafür vielleicht noch belächelt zu werden.
    Also muss der Reitsport an sich revolutioniert werden, indem man den Leistungsdruck verschiebt und vielleicht sogar die Grundvoraussetzungen für Prüfungen erweitert.
    Ein generelles Umdenken erfordert viel mehr Möglichkeiten zur Umsetzung.
    zB: Voraussetzung für jedes Turnierpferd ist eine erfolgreich bestandene Gelassenheitsprüfung, etc.
    Es gäbe so viele Möglichkeiten zur Rahmenerweiterung im Sport, die nicht nur ein Umdenken erwirken könnten, sondern auch viel mehr Menschen motivieren würde, wirklich pferdegerecht zu arbeiten. Den Leistungsdruck verschieben zum pferdegerechten Ausbilden.
    Mehrere (Pflicht-) sparten auf Turnieren erfordern dann auch mehr gute und vielseitige Ausbilder. Extremes Reiten/Ausbilden bestrafen: ja! Aber viel wichtiger: die Möglichkeit, für gutes Reiten/Ausbilden/etc belohnt zu werden. Für jeden. Dann kommt auch die Bereitschaft zum Umdenken derjenigen, die es sollten.

    Denn dann würde es heißen: nur Fairness kann einen Preis gewinnen…

    • ilka ranft
      | Antworten

      Zur besseren Verständlichkeit ein bisschen ausführlicher:
      Nehmen wir einfach mal an, es würde auf jedem Turnier eine Gelassenheitsprüfung abgehalten, dessen Teilnahme und Ergebnis in den Pass des Pferdes eingetragen wird, bzw wo auch der Reiter für seine Mühen ausgiebig belohnt wird.
      Spinnen wir mal weiter und setzen noch einen oben drauf (ausgehend davon das diese Prüfung Pflicht für turnierstartende Pferde und Reiter ist): Diese Prüfung geht einher mit einer Beurteilung der Bemuskelung des Pferdes. Wird natürlich ebenfalls im Pass vermerkt.
      Wo wäre dann die Motivation für eine korrekte und fundierte Ausbildung? Würde das nicht auch den Marktwert des Pferdes steigern?
      Und selbst wenn solch eine Prüfung oder Beurteilung keine Pflicht wäre, der Marktwert eines Pferdes mit solchen (guten) Beurteilungen könnte trotzdem steigen.
      Und das ist noch ein kleines Beispiel, es gäbe so viele Möglichkeiten..

  5. Miriam Strunk
    | Antworten

    Macht ruhig so weiter, denn auch die Journalisten leben sehr gut von der Effekthascherei! Nur irgendwann gibt es nichts mehr zu berichten, dann reitet keiner mehr Turniere, die guten Fachleute sterben aus weil es keinen Markt mehr gibt. Die Tierärzte freut es denn unausgebildete Reiter ruinieren die Pferde viel schneller und die Kassen klingeln! Bei Sendungen im Fernsehen wo selbsternannte Profis ohne fachliche Ausbildung Kinder auf angeblich unreitbaren Pferden reiten lassen sieht man doch das Niveau welches der Kunde wünscht. Fachleute mit Ausbildung – die machen ihren Job täglich und mehrfach und halten die Knochen hin, die leben davon. Fehlersuche hat noch keinen weiter gebracht, vielleicht ist der einzige Nutznießer der Sendung Frau Kattwinkel die neue Kunden erhält.

    • Christian Strunk
      | Antworten

      Also das ist wirklich eine Frechheit soetwas zu behaupten! Die Tierärzte möchte ich sehen, die sich über mehr ruinierte Tiere freuen damit die Kasse schön klingelt. /Letzten Satz entfernt(Redaktion)

  6. Martina Joksimovic
    | Antworten

    Niemand wird gerne mit der Wahrheit konfrontiert, vor allem nicht wenn sie weniger einbringt. Schneller, höher und weiter heißt heute das Motto! Je schneller die „Ausbildung“ abgeschlossen ist, desto eher kann man die Ware Pferd vermarkten.

  7. Doris Becker-Palowski
    | Antworten

    Es wäre schön, wenn wir einen ausgewogenen Beitrag, in dem auch die „schöne“ Reiterei gezeigt wird. Leider ist es aber so, dass es viel zu viele Reiter gibt, die ihr Pferd nicht richtig halten und reiten. Entweder verhätscheln sie sie und gymnastizieren sie gar nicht oder sie ziehen und schieben sie auf widerwärtige Art zusammen. Was soll ein Reporter also zeigen, wenn die wenigen Reiter, die wirklich auf der Seite der Pferde stehen (Solinski) so selten geworden sind und – wie ich aus eigener Erfahrung – weiß, auch noch von allen anderen belächelt werden. Zeigt alle Missstände, nennt alle Namen. Egal wie unbequem den meisten das sein mag. Ich brauche mich meiner Art, mit meinem Pferd umzugehen, nicht zu schämen. Ich kann sie jedem zeigen und erklären. Wenn andere das nicht können, versuchen sie so einen Beitrag zu verhindern. Vielleicht sollten sie mehr Energie in ihre eigene Ausbildung stecken. Oder noch besser: Ihre Pferde verkaufen und sich einen Tennisschläger zu legen. Der empfindet wenigstens keinen Schmerz und kann in einem kleinen, dunklen Raum gehalten werden.

  8. Jana Thumann
    | Antworten

    Bitte berichten Sie! Ausführlich – genau – detailgetreu und ehrlich & gerecht ! Es kann gar nicht genug aufgeklärt werden ! Unglaublich, dass in einer solchen – heutigen – Zeit das „WEGSEHEN“ salontauglicher ist, als die Wahrheit!

  9. Erika Pisl
    | Antworten

    Ich hoffe nur, dass es – nicht wie im TV und anderen Medien leider üblich – nicht darin endet: Bad news are good news…. Denn schlechte Bilder haben den größten Anteil am Showeffekt und Effekthascherei. Denn die Leser-/Zuschauerzahl ist wichtig… Deshalb plädiere ich für eine 50% Lösung – hier das schlechte Bild und so sollte es sein! Dann hat so eine Sendung auch einen positiven Neben-/Lerneffekt. Denn manche kennen aus ihrem Stall tatsächlich keine guten Reitbilder. Da wird nur auf den schnellen Erfolg abgezielt – koste es, was es wolle. Funktioniert der eine Bock nicht, kommt ein neuer her… manche sind da geistig immer noch in der Springreiterei von den 70er-Jahren hängen geblieben. Da gab es übrigens auch schon die Rollkur… hieß noch „tiefeingestellt“.

  10. David Wewetzer
    | Antworten

    Es ist so lange alles gut, bis es jemand öffentlich macht?
    Nein, der Vorgang ändert sich nicht durch Nicht-Veröffentlichung – nur eine andere Sicht auf die Dinge kommt hinzu: „Die Öffentlichkeit“. Manchmal braucht es dieses Korrektiv, um zur Normalität zurück zu finden. Diese Öffentlichkeit braucht die Reiterei dringend. Natürlich schauen alle auf den großen Sport – war es doch der große Sport, der die Öffentlichkeit und die großen Sponsorengelder suchte und bekam. Alle wollte es schneller, höher, weiter! – auf wessen Kosten? Wie weit ist ein Sport „entwickelt“, der für Richter(sic) ein Katalog zur Beurteilung zur nicht korekten Ausübung des Sportes braucht?
    Ein „Neuanfang“ ohne Häme sondern mit der Unterstützung aller Pferdefreunde und Sponsoren, die sich ihrer ethischen und moralischen Verantwortung gegenüber dem Pferd bewusst sind. Reiterinnen und Reiter die „Nein“ zur immer schnelleren Ausbildung und Schleifenerwartung sagen – und einer Verbandsspitze die die eigenen Grund- und Leitsätze nicht nur auf ihre Webseite schreibt, sondern lebt und einfordert. Immer!

  11. Thomas Bühlmann
    | Antworten

    Ich hoffe die Medienleute gehen mit genügend Fingerspitzengefühl an die Sache. Es soll aufklärenn, nicht zur Show verkommen. Dass das Medieninteresse nun so gross ist, haben die Verantwortlichen im Pferdesport ihrer selbst inszenierten Tatenlosigkeit gegenüber den Schwarzen Schafen in den eigenen Reihen zu verdanken. Man fragt sich, wie es soweit kommen konnte. Wieviel Leid, wieviel Respektlosigkeit, wie wenig Demut, wieviel Profitstreben, wieviel Charakterlosigkeit, wieviel Arroganz?

  12. Csilla Pal
    | Antworten

    Es ist sehr traurig, dass der Reitsport insbesondere in den elektronischen Medien inzwischen fast ausschließlich negativ dargestellt wird. Dies bleibt nicht ohne Konsequenzen. Ein prominentes Beispiel dafür ist das kürzlich bekannt gegebene Absagen des Traditionsturniers „German Classics“ in Hannover. Der Sport wird im Fernsehen kaum noch übertragen und so wenden sich die Sponsoren ab. Statt dessen wird er mit fragwürdigen Beiträgen in Verruf gebracht.
    Ich kenne den geplanten NDR Beitrag noch nicht. Von einer Sendung mit dem Titel „Gnadenloser Reitsport“ erhoffe ich allerdings keine neutrale und objektive Berichterstattung. Selbst wenn so eine folgen würde, viele Zuschauer werden sich an dem Freitagabend für eine andere Fernsehsendung entscheiden und bekommen dessen Inhalt gar nicht mit. Was bleibt ist das Bild, das im Kopf der zahlreichen Menschen entsteht, die diesen Programmtitel in der Fernsehzeitung lesen. Dieses Bild bleibt haften und bestimmt für lange Zeit über Einstellungen, die möglicherweise nicht auf den Reitsport beschränkt bleiben, sondern das Reiten und den Umgang mit dem Pferd im Allgemeinen mit einschließen. Ich weiß nicht, ob sich Frau Kattwinkel oder sonst ein Pferdeliebhaber die Folgen einer solchen Einstellung der nichtreitenden Allgemeinheit wünscht, wenn sie statt kurzfristige Interessen zu verfolgen, mittel- bis langfristig denken. In einer Welt, in der es Pferdehaltung und Pferdesport ohnehin nicht einfach haben. Jährlich werden große Flächen neu versiegelt und dadurch Grünland immer teurer und knapper. Die Statistiken über Pferdezucht und Breitensport sind alarmierend.
    Zumal in aller Deutlichkeit festgehalten werden muss, dass die gerne breitgetretenen, unschönen Entwicklungen Einzelfälle darstellen und nicht die gängige Praxis zeigen! Warum bekommt das Schöne und Erhabene am Reiten und am Reitsport keine mediale Plattform?
    Viele Menschen in Deutschland erfüllt es mit Stolz, wenn die Klänge der Nationalhymne bei den Olympischen Spielen oder bei anderen großen Championaten ertönen. Dafür sorgen überproportional oft Athleten der unterschiedlichen Pferdesportdisziplinen mit ihren talentierten vierbeinigen Sportpartnern, die gerne mit dem Menschen kooperieren und sich den Anforderungen der jeweiligen Disziplin stellen. Warum wird nicht über den enormen Zuchtfortschritt berichtet, den jeder Laie auf einen Blick erkennen kann, wenn er das Foto eines durchschnittlichen Pferdes vor 100 Jahren mit einem von Heute vergleicht? Oder über die Anstrengungen der zahlreichen kleinen Züchter, die oft ihr ganzes Geld, Freizeit und Herzblut investieren, um mit viel Idealismus diese tollen Pferde zu züchten, ohne dafür wirtschaftliche Erfolge erwarten zu können? Oder über die vielen Kindern, die durch den Umgang mit dem Pferd und den Pferdesport in ihrer Persönlichkeit gefestigt zu charakterstarken Erwachsenen werden? Oder über Menschen mit Behinderungen, die durch das Pferd und den Pferdesport nachweisbar und nachhaltig geistig und körperlich neu ausgerichtet, oft wortwörtlich aufgebaut und aufgerichtet werden? Dies sind KEINE EINZELFÄLLE!!!
    Ich wollte diesen Beitrag gerne an der Petitionsseite posten. Leider konnte ich meine Meinung nicht in die vorgegebenen 250 Charaktere pressen. Pressefreiheit beinhaltet nämlich auch eine korrekte Darstellung von Inhalten und so würde ich mich freuen, wenn sich jeder verantwortlich Gedanken macht, wie das Reiten und der Pferdesport in der Öffentlichkeit dargestellt werden.

  13. Nicola Steiner
    | Antworten

    Ich bin selbst gelernte Redakteurin und finde es super wichtig, dass Mißstände unbedingt aufgezeigt werden, denn nur so kann sich etwas ändern. Finde es auch sehr gut, das das Thema „Schlecht gerittene Freizeitpferde“ zur Sprache kommt und bin sehr gespannt auf den Bericht und auch darauf, ob es Auswege und Tipps dazu gibt, wie man es besser machen kann. Ich schreibe zur Zeit ein Buch mit dem Arbeitstitel „Erfolgreich auf dem Westernturnier mit Natural Horsemanship-Prinzipien“, weil ich mir wünsche, dass Leute erkennen, dass man mit Zwang und Einschüchterung WENIGER Erfolg hat. Wir brauchen dringend POSITIVE Vorbilder – in diesem Sinne. Der Termin ist in meinem Kalender eingetragen.

  14. Renata Chiara Vigo
    | Antworten

    Ich selbst bin bewusst, keine gute Reiterin su sein. Trotzdem versuche ich jeden Tag, mich zu verbessern, damit mein Pferd schön bleibt. Und das, auch Danke allen journalistischen- und TV-Beiträgen. In Deutschland wissen alle ganz gut, dass die meisten Reiter mit Respekt die Pferden behandeln, so sollten sie keine Angst haben, mit solchen Beiträgen keinen guten Ruf zu bekommen. So eine Petition scheint mir eher wie eine Zensur…

  15. Gisela Half
    | Antworten

    Ich hoffe weiterhin auf viel Aufklärungsarbeit in allen Medien!! Es ist unverantwortlich, daß diese wunderbaren Tiere weiterhin dem Mammon geopfert werden und darunter leiden müssen 🙁
    2-jährige Pferde werden geritten – Kinderarbeit!
    Pferde fristen ihr Dasein in der Box – artgerecht?
    Pferde werden mit allen möglichen Hilfszügeln vergewaltigt – respektlos!!
    In meinen Augen haben viele „sogenannte Pferdeleute“ den Bezug zu diesen Tieren verloren, es fehlt die Verantwortung und die Demut vor dem Lebewesen!
    Ein Hoch auf die Pressefreiheit, wegschauen gilt nicht! Weiter so!!!

  16. Sarah Weiland
    | Antworten

    Inhaltlich alles absolut richtig. Auch ich bin gegen Rollkur und mag und kann das nicht mehr sehen. ABER ich wäre dafür, dass es mehr die Reiter direkt im Turniersport betreffen würde und zwar in Form von Startverbot o.ä.. Ein großes Problem bei einem Fernsehbericht sehe ich darin, dass der Reitsport im Allgemeinen als schlecht und tierquälerisch dargestellt wird. Der Laie wird nur sehen und sagen, ohje, das Reiten auf Pferden sollte generell verboten werden. Und dann kommen die ganzen Freizeitreiter, die dann jeden verurteilen, der nicht Gebisslos reitet oder einen Sperriemen an der Trense hat, sei er noch so locker und korrekt verschnallt. Reiten hat sooo viele unterschiedliche Seiten und der Laie sollte eher aufgeklaert werden, wie es richtig klassisch sein sollte und wieso reiten dann -und nur dann- gesundheitlich gut für Pferde ist. Vielleicht dargestellt als einzelne Schritte der Ausbildung mit anatomischer Erklärung von Dr. Gerd Heuschmann, bis hin zum Grand Prix, evtl mit alten Aufnahmen noch von Dr. Reiner Klimke und erst daraus der falsche Weg heute. Herausgestellt werden sollte, wo die Unterschiede sind. Eine solche Sendung sollte meiner Meinung nach mind. 50% positives Material der richtigen Reitweise enthalten. Ihr wollt die Reiter schocken, die es gerade praktizieren? Die werden es in ihrem Leben aber nicht mehr verändern. Man sollte ihnen einfach den Turniersport verbieten. Allein zu Hause werden sie auch nicht vor sich hinreiten, zumal sie ohne Turnierzulassung auch keine Sponsoren mehr haben, denn die wollen ihre Pferde im Sport sehen. Dann wäre Platz für eine neue junge Generation. Es könnten gute Reiter mit richtigem Weg die Chance bekommen zu reiten und das Rad würde sich langsam in die richtige Richtung drehen. Diese Aufgabe, das in Gang zu stossen, kann aber nicht der Laie, die Presse oder das Fernsehen übernehmen. Wer glaubt noch daran, dass es den betreffenden Reitern peinlich ist? Peinlich ist es höchstens den anderen, die versuchen es richtig zu machen, denn die werden sich am Ende auch dafür rechtfertigen müssen, weshalb sie reiten, weil die Laien und selbst die Freizeitreiter alle über einen Kamm scheren werden, weil sie nicht in der Lage sein können das zu unterscheiden.

    • Ilona Tiefenthaler
      | Antworten

      Dem kann ich mich nur anschließen. Besser hätte ich es nicht „sagen“ können.

    • Nicola Steiner
      | Antworten

      Ein guter Beitrag, der mir aus der Seele spricht – wir brauchen wirklich viel mehr Positiv-Vorbilder. Und dieses über einen Kamm scheren darf auf keinen Fall sein, weil viele geben sich redlich Mühe mit pferdegerechten Mitteln erfolgreich zu sein.

    • Cornelia Schumann
      | Antworten

      Da kann ich mich Sahra Weiland auch nur anschließen..
      Genau richtig .

  17. Katrin Altmann
    | Antworten

    Es würde mich glücklich machen, wenn mehr Aufklärungsarbeit im Bereich der richtigen Haltung, Pflege und Ausstattung geleistet werden würde. Natürlich ist auch das „richtig Reiten“ ein Muss, trotzdem leiden im Verhältnis deutlich mehr Pferde unter unwürdigen Haltungsbedingungen, schlechter Sattelwahl und falscher Fütterung als in der meist einen Stunde Reiterei pro Tag. Dies gilt zumindest für den Freizeitbereich. Wer als Berufspferdemensch oder sogenannter „Profi“ dem reiterlichen Erfolg jegliche faire Behandlung des Pferdes hintenanstehen lässt, sollte bei Gelegenheit prüfen, ob er sich nicht für den falschen Sport oder Beruf entschieden hat.

  18. Jessica Ponath
    | Antworten

    Einen Teufel werden wir tun die Rollkur, das Barren etc. hinzunehmen. Sehr richtig !
    Wer keinen Respekt vor seinem Pferd hat sollte Fahrrad fahren …
    Schön das der NDR eine solche Reportage bringt, aber dann sollen Bitteschön auch alle Pro-Tamme Hanken-Dokumentationen verschwinden. Die sind schließlich auch der letzte Dreck.

  19. Morgenroth Kriemhild
    | Antworten

    Natürlich muss über die Missstände in der Reiterei berichtet werden!!!
    Allerdings vermisse ich Berichte über die vielen Berufsreiter die an der Basis eine gute, unspektakuläre Arbeit leisten und vielen Pferden das Leben erleichtern.
    In den 30 Jahren meiner Berufslaufbahn habe ich viele Schüler gehabt deren Ziel es war ihre Pferde korrekt,liebevoll und gesunderhaltend zu reiten.diese Reiter tauchen nirgends auf weil solide Arbeit oft unauffällig/gelassen daherkommt und weder Schlagzeilen macht noch Quoten treibt. Auch sie verdienen erwähnt zu werden aber leider gibt es offensichtlich kein journalistisches Interesse daran!

  20. Annika Sasse
    | Antworten

    Ein Hoch auf die Pressefreiheit – aber nicht ohne Presse-Kritik-Freiheit bitte! Und eine solche kann ich bei dem Titel, der ja durchaus eine Negativ-Darstellung des gesamten Reitsports vermuten lässt, verstehen. Ich kann nur hoffen, dass hier nicht nur die Pressefreiheit, sondern auch die Verantwortung des Journalismus gegenüber der Gesellschaft erfüllt wird und eine sachkundige, objektive Berichterstattung die trifft, die es treffen soll und nicht ein in vieler Hinsicht wertvoller, und in seiner Entwicklung in Richtung artgerechter Haltung und Nutzung des Pferdes fortgeschrittener, Sport insgesamt in ein schlechtes Licht gerückt wird.

  21. Andrea Titzmann
    | Antworten

    Mit Verlaub, meine Familie und ich sind seit mehr als 30 Jahren Reiter, aber wir sind der Meinung, dass es an der Zeit ist, dass dieser „Sport“ endlich, endlich ruiniert wird. Dass der Mensch alles pervertieren muss, ist schrecklich. Aber denjenigen, die das aufzeigen und den Finger in die Wunden legen, muss gedankt werden.

  22. Claudia Benedela
    | Antworten

    Ich bin sehr froh darüber, dass der NDR den Mut hat, einen Bericht darüber auszustrahlen. Und ja, das soll ein sehr unangenehmes Bild auf die Leute werfen, die wissentlich Pferde quälen, egal aus welchen Gründen. Und eine Online-Petition starten und argumentieren u.a., dass die Reportage nicht mit einer ausgebildeten Tierärztin gemacht wurde? Hallo?? Bitte wenn mein 7 jähriger nicht pferdeverrückter Neffe erkennt, dass die „Frau dort dem Pferd aber weh tut“, dann darf man das doch auch von Nicht-Tierärzten erwarten? Zu glauben, dass man einen TA braucht, um Tierquälerei zu erkennen, ist mehr als anmaßend und äußert weltfremd! Gerade vom öffentlich rechtlichen Fernsehen erwarte ich mir auch derart unangenehme (für wen auch immer) Reportagen. Eine mögliche Werbesendung? Frage ich mich, wofür geworben wird, für einen verantwortungsvollen, respektvollen Umgang? Darum: Bravo für diese Reportage und ich hoffe sehr, dass hier endlich auch öffentlich derlei Misshandlungen als solches tituliert werden, was sie tatsächlich sind, nämlich als Tierquälerei!

  23. Gaby Jonethal
    | Antworten

    Wer Angst davor hat, dass mit einem Beitrag der GESAMTE Reisport nieder gemacht werden könnte hat möglicherweise selbst ein schlechtes Gewissen und findet daher diese Petition zu einem Fernsehbeitrag den niemand bislang gesehen hat OK.

    Ich denke aber, dass journalistische Beiträge im TV oder Print, die die Machenschaften rund um das „Sportgerät Pferd“ offen legen sehr wichtig. Jeder weiß dass es im Breitensport anders aussieht, als im hochdotierten Spitzensport. Da zählt das Objekt auf vier Hufen nur, wenn es gewinnbringend eingesetzt werden kann. Ob das Ziel dann mit Rollkur, Barren oder anderen Foltermethoden erreicht wird ist egal. Wenn es darum in diesem Beitrag geht finde ich es um so wichtiger, dass er ausgestrahlt wird, nicht nur im NDR, sondern hoffentlich auf allen Sendern der ARD. Denn die Geldmacher die Pferde als Sportgeräte behandeln sollen ruhig den Druck der Öffentlichkeit spüren!!!

    Danke an die Redakteure, die sich an das Thema herangewagt haben. Ein Thema an dem die FN und die Richter gerne vorbei schauen, denn sonst wäre es nicht so weit gekommen.

    • Nina Heineke
      | Antworten

      Wenn es nur um die sog. „Profis“ ginge, die ihre Pferde als „Sportgeräte“ missbrauchten, wäre eine solche Reportage wohl nur halb nötig. Der Ruf des reiterlichen Spitzensports ist derart hinfällig und desolat, da braucht es keiner schrecklichen Bilder mehr, derer gab es bereits genug. Also darf man davon ausgehen, dass der von Ihnen so friedlich, liebevoll und harmlos bezeichnete Breitensport ebenso dargestellt werden wird. Gut so. Die schlimmeren Bilder sieht man nach meiner Erfahrung auf ländlich-sittlichen Turnieren, bei denen es eben weniger um das große Geld geht (das es auch im Spitzensport nur auf einigen wenigen Turniern und eben nur für den Sieger zu gewinnen gibt) als offensichtlich mehr um Ruhm und Ehre….dass diese Motivation regelmässig noch schrecklichere Bilder erzeugt, als Sportler, die wenigstens wissen, was sie tun, ist leider eine Tatsache. Und dann sind da noch die auch schon ein, zwei Mal erwähnten Freizeitreiter. Die allein aus ihrer Begrifflichkeit heraus ja dem treuen Tier nur Gutes tun….von wegen, leider auch hier regelmässig Fehlanzeige. Planlose Pferdebesitzer, die für sich, ihr Pferd und andere eine Gefahr sein können, kein Konzept für Ausbildung, Haltung und Fütterung.
      Wenn das Thema mit dem Blick auf die gesamte Landschaft der Reiterei aufbereitet wird, dann kann zumindestens keiner sagen, es gäbe nur in der einen oder der anderen Sparte große Schatten….es gibt sie überall -weil überall Menschen mit Tieren arbeiten. Jeder muss sich angesprochen fühlen, jeder soll sich an die eigene Nase fassen -keiner ist ohne Fehler. Wenn diese Einsicht dann irgendwann grösser wird, dann haben wir Reiter auch wieder eine verdiente Chance, dass unser wundervoller Sport mehr positives Feedback erfährt.
      Mit dem Finger auf die „geldgeilen Profis“ (ich denke da besonders an eine Ingrid Klimke oder einen Michi Jung….) zu zeigen, ist sehr viel zu kurz gedacht.

  24. Birgit Katharina Bank
    | Antworten

    Richtig, richtig, richtig. Je mehr Menschen aufgeklärt werden und dann hinschauen, desto besser. Manchmal können Laien schlechte Bilder von guten nicht unterscheiden. Solche Reportagen klären auf. Schlecht für den Sport? Gut so! Dann muss sich besseres etablieren, damit Sponsoren nicht abspringen und Zuschauer weiterhin kommen. Manche Dinge lassen sich nur verändern, wenn es im Geldbeutel weh tut, leider!

  25. […] habe ich diesen Standpunkt von http://www.dressur-studien.de gelesen. Der Autor bezieht darin Stellung gegen eine Petition, die im […]

  26. Oliver Schaller
    | Antworten

    Die Kernaussage ist also: „Sie ruinieren unseren Sport“. Mit Verlaub, wenn Berichterstattung über tierquälerische Verhaltensweisen den „Sport“ des Herren vernichtet, dann wäre das doch wohl nur wünschenswert; dann würde Raum entstehen für all diejenigen, die das Reiten im Einklang mit dem Pferd als harmonische Beziehung nach den traditionellen Lehren betreiben und die zu oft das Nachsehen gegenüber denjenigen haben, die nicht das Pferd in den Mittelpunkt der Pferd-Reiter-Beziehung stellen.

  27. Antonia Mickeleit
    | Antworten

    Amen! Zu allen genannten Punkten! Und ein großes Lob und „Weiter so!“ an alle Journalisten, die sich nicht unterkriegen lassen und trotz Gegenwind von professioneller und Amateur- Seite weiter von Missständen im Reitsport berichten. Nur wenn das Auge der Öffentlichkeit auf Probleme gerichtet wird, starten auch Diskussionen, beginnt privat Reflektion über das eigene Verhalten und erst dann kann ein Umdenken stattfinden, hoffentlich zum Wohle der Pferde.
    Danke!

  28. Daniela Langner
    | Antworten

    Absolut korrekt! Ich bin froh und glücklich, dass es mutige Journalistinnen und Journalisten gibt, die die eklatanten Missstände konsequent und beharrlich aufgreifen und sich durch Gegenwind nicht abschrecken lassen. Lehrer wie Paul Stecken und Reiterinnen wie Ingrid Klimke sind Vorbilder, an denen man sich orientieren kann – nicht nur als Sport-, sondern auch und gerade als Freizeitreiter. Vielen Dank für das Engagement, weiter so!

  29. Barbara Volk
    | Antworten

    Ein Hoch auf die Pressefreiheit! Wo wären wir, wenn es nicht so mutige Journalisten gäbe. Ich gehe in jeder Hinsicht mit Ihrem Artikel konform und habe mir den 25.04.14 NDR vorgemerkt. Wegschauen gilt nicht! Weiter so!

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